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Das Magazin für albanischen Wein & Feinkost

Von Illyrien ins Glas

Albanischer Käse: Von Djathë i Bardhë bis Kaçkavall

Weißkäse, gereifter Kaçkavall, würziger Bergkäse: Albaniens Käsewelt ist reich und unterschätzt. Sorten, Charakter und passende Weine.

Von Dennis Shalja · · 7 Min. Lesezeit

Weißkäse auf einem bunten Bauernsalat mit Oliven und Brot, sonnig auf einem Holztisch
Foto: Paasikivi, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wo Wein wächst, reift meist auch guter Käse – und Albanien ist da keine Ausnahme, im Gegenteil: Von den Schafherden der Nordalpen bis zu den Kuhweiden des Ostens zieht sich eine Käsetradition durchs Land, die auf jeder Meze-Tafel den Ton angibt. Nur kennt sie außerhalb des Balkans kaum jemand. Zeit, das zu ändern.

Djathë i Bardhë – der weiße Alltagsheld

Der wichtigste Käse des Landes heißt schlicht „weißer Käse”: Djathë i bardhë, ein Salzlakenkäse aus Schaf-, Ziegen- oder Kuhmilch (oft gemischt), der in seiner Lake reift und dadurch salzig-frisch schmeckt. Wer griechischen Feta kennt, ist zu Hause – doch der albanische Verwandte variiert stärker: mal cremig-mild, mal kräftig und krümelig, je nach Region und Betrieb. Er steht zum Frühstück auf dem Tisch, füllt den Byrek und krönt jeden Bauernsalat.

Kaçkavall – der gereifte Klassiker

Der zweite große Name ist Kaçkavall: ein gelber Schnittkäse vom Typ pasta filata (wie der italienische Caciocavallo), fester und würziger als der Weißkäse, mit Reifezeit auch pikant. Jung schmilzt er wunderbar (albanisches Toast-Käse-Glück), gereift wird er zum ernsthaften Begleiter kräftiger Rotweine.

Die Spezialitäten der Regionen

  • Gjizë – der albanische Frischkäse/Ricotta-Verwandte, mild und streichzart, oft aus der Molke gewonnen
  • Bergkäse aus den Alpen – von Schafherden der nordalbanischen Hochtäler, würzig und rar
  • Geräucherte Varianten – in manchen Regionen wird Kaçkavall geräuchert, was ihm eine Specknote gibt

Käse und Wein: die Paarungen

KäseCharakterWeinempfehlung
Djathë i bardhë (frisch)salzig, frischShesh i Bardhë, Pulës
Kaçkavall (jung)mild, schmelzendKallmet
Kaçkavall (gereift)würzig, pikantShesh i Zi
Bergkäse, geräuchertkräftig, rauchigVlosh

Die Grundregel des Food-Pairings gilt auch hier: Salz liebt Frische, Reife verlangt Kraft.

Kaufen und genießen

In Albanien kauft man Käse dort, wo auch Honig und Öl am besten sind: auf dem Bauernmarkt, beim Erzeuger. In Deutschland führen Balkan-Läden Djathë und Kaçkavall regelmäßig – oft unter serbischen oder mazedonischen Namen, die Machart ist dieselbe. Die konkreten Bezugsquellen und Preise sammelt unsere Kaufberatung albanischen Käse kaufen. Für die heimische Meze-Tafel reicht schon ein Stück Weißkäse, gutes Olivenöl darüber, ein paar Oliven daneben – und ein Glas albanischer Wein.

Unser Fazit

Albanischer Käse ist kein Weltstar wie Feta oder Parmesan – aber genau darin liegt der Reiz: ehrliches Handwerk aus einer Landschaft ohne Massenproduktion. Als Teil der albanischen Vorratskammer gehört er auf jeden Genießer-Tisch. Und mit dem passenden Wein wird aus einem Stück Käse ein kleines Stück Balkan.

Häufige Fragen

Was ist der typische albanische Käse?

Der Alltagskäse Albaniens ist Djathë i bardhë – ein weißer Salzlakenkäse aus Schaf-, Ziegen- oder Kuhmilch, ähnlich dem griechischen Feta. Daneben ist der gereifte Kaçkavall (ein Schnittkäse vom Pasta-filata-Typ) sehr verbreitet.

Welcher Wein passt zu albanischem Käse?

Zum frischen, salzigen Weißkäse ein frischer Weißwein wie Shesh i Bardhë oder Pulës. Zum gereiften, würzigen Kaçkavall ein kräftigerer Roter wie Shesh i Zi; zu mildem Käse passt der elegante Kallmet.

Ist albanischer Weißkäse dasselbe wie Feta?

Er ist eng verwandt, aber nicht identisch: Feta ist eine geschützte griechische Herkunftsbezeichnung. Der albanische Djathë i bardhë wird ähnlich hergestellt (in Salzlake gereift), variiert aber je nach Region, Milch und Betrieb stark im Charakter.

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