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Das Magazin für albanischen Wein & Feinkost

Von Illyrien ins Glas

Shkodra und Lezha: Weinreise durch Albaniens Norden

Zwischen Shkodra-See und Alpen liegt die Heimat des Kallmet. Warum Albaniens Norden die eleganteste Weinregion des Landes ist.

Von Dennis Shalja · · 8 Min. Lesezeit

Die osmanische Mesi-Brücke (Ura e Mesit) bei Shkodra mit ihren Steinbögen vor Bergen und blauem Himmel
Foto: Cyril Wendl, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wer Albanien vom Reißbrett plant, fährt an die Strände des Südens. Wer Albanien verstehen will, fährt in den Norden. Zwischen dem größten See des Balkans, der Adriaküste und den schroffen Gipfeln der albanischen Alpen liegt eine Landschaft, die seit Jahrhunderten Wein hervorbringt – und mit dem Kallmet die vielleicht eleganteste Traube des Landes.

Zwei Namen, eine Weinlandschaft

Die Weinregion des Nordens spannt sich zwischen zwei Städten auf: Shkodra, die alte Kulturhauptstadt am gleichnamigen See, und Lezha, eine halbe Stunde südlich, wo der Nationalheld Skanderbeg begraben liegt. Dazwischen: die Ebene von Zadrima und die Hügel um das Dorf Kallmet – das Herzstück des nordalbanischen Weinbaus und Namensgeber der berühmtesten Rebsorte der Region.

Das Klima macht hier den Unterschied. Tagsüber speichert die Ebene die mediterrane Wärme der nahen Adria, nachts strömt kühle Luft aus den Bergen herab. Diese Temperaturwechsel sind der Grund, warum Kallmet-Weine etwas besitzen, das man im Mittelmeerraum oft vergeblich sucht: Frische, Säurespiel und Finesse statt Marmelade und Alkoholwucht.

Die Burg, der See, der Wein

Shkodra selbst ist eine Reise wert, bevor auch nur ein Glas eingeschenkt ist. Die Burg Rozafa wacht seit illyrischer Zeit über den Zusammenfluss dreier Flüsse – der Blick von den Mauern reicht über den See bis nach Montenegro. Die Altstadt mit ihrer Fußgängerzone hat sich zu einem lebendigen Treffpunkt entwickelt: Cafés, Galerien, Fahrräder überall – Shkodra gilt als Fahrradhauptstadt Albaniens.

Und der See: 370 Quadratkilometer Wasserfläche, Pelikane, stille Buchten. Aus ihm kommt der Karpfen, der in den Restaurants der Region traditionell geschmort serviert wird – ein überraschend guter Partner für einen leicht gekühlten Kallmet.

Der Norden Albaniens verkauft keine Postkartenidylle. Er hat sie einfach – und schenkt dazu seinen besten Wein aus.

Weinberge und offene Höfe

Rund um Kallmet und in der Zadrima-Ebene arbeiten heute Weingüter, die die alte Sorte mit moderner Kellertechnik neu interpretieren – vom Familienbetrieb mit ein paar tausend Flaschen bis zu größeren Erzeugern, die auch exportieren. Besuche sind fast überall möglich, eine Voranmeldung ist üblich.

Besonders lohnend ist die Region für alle, die Agrotourismus lieben: Der Norden Albaniens hat einige der besten Hofrestaurants des Landes hervorgebracht – Betriebe, die fast alles selbst erzeugen, vom Käse über das Gemüse bis zum Schinken, und dazu die Weine der Nachbarschaft ausschenken. Ein langes Mittagessen auf einem dieser Höfe, zwischen Weinbergen und Bergpanorama, erklärt die albanische Gastfreundschaft besser als jedes Buch.

Praktisches für die Reise

FrageAntwort
AnreiseFlughafen Tirana → Lezha ca. 1 Std., Shkodra ca. 1,5 Std. mit dem Mietwagen
Beste ReisezeitMai–Juni und September–Oktober (Lese!)
Aufenthalt2–3 Tage: ein Tag Shkodra & See, ein Tag Weingüter & Agrotourismus
Kombinieren mitDen albanischen Alpen (Theth/Valbona) direkt im Anschluss

Unser Fazit

Wer die Reihenfolge „erst probieren, dann reisen” bevorzugt: Eine Flasche Kallmet aus unserer Kaufberatung ist der Vorgeschmack. Wer sie umdreht, wird in Zadrima und am Shkodra-See verstehen, warum wir diese Region für das eleganteste Stück Weinland Albanien halten – und warum die Geschichte des albanischen Weins ausgerechnet im Norden so lebendig geblieben ist.

Häufige Fragen

Welcher Wein kommt aus Nordalbanien?

Die Leitsorte des Nordens ist Kallmet, eine rote autochthone Rebsorte, benannt nach dem gleichnamigen Dorf in der Region Lezha. Sie ergibt elegante, kirschfruchtige Rotweine – viele halten sie für die feinste Traube Albaniens.

Lohnt sich Shkodra als Reiseziel für Weinliebhaber?

Ja – die Kombination ist einzigartig: der größte See des Balkans, eine der ältesten Städte Albaniens mit der Burg Rozafa, die albanischen Alpen vor der Tür und die Kallmet-Weinberge der Region Lezha eine halbe Autostunde entfernt. Dazu kommt eine aufstrebende Agrotourismus-Szene.

Was ist der beste Weg, die Weinregion zu erkunden?

Am einfachsten mit dem Mietwagen ab Tirana (Flughafen ca. 1 Stunde bis Lezha, 1,5 bis Shkodra). Weingüter empfangen Besucher meist nach Voranmeldung; viele Agrotourismus-Betriebe der Region kombinieren Essen aus eigener Erzeugung mit Weinen lokaler Winzer.

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